Muster werkvertrag österreich wko

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Die IFES-Studie, die sich mit der Verwischung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit befasste, wurde von der Gewerkschaft der Angestellten, Grafischen Angestellten und Journalisten (GPA-djp) in Auftrag gegeben. Eine Stichprobe von 403 Angestellten wurde zu ihrer Arbeitszeit befragt, und 27 % der Angestellten auf niedrigerer Ebene gaben an, dass sie «all-in»-Arbeitsverträge hätten. Weitere 35 % der «qualifizierten» Angestellten und 58 % der angestellten Führungskräfte gaben an, über diese Art von Vertrag zu verfügen. Die GPA-djp wertet die Ergebnisse der Umfrage als Bestätigung ihrer Bedenken, dass sowohl moderne Kommunikationsmethoden als auch neue Arbeitszeitregelungen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend verwischen. Die großen Tarifrunden finden im Herbst statt. Traditionell startet die musterbildende metallverarbeitende Industrie im Oktober in die Herbstverhandlungsrunde. Seit einigen Jahren werden im Frühjahr auch immer mehr Tarifverträge ausgehandelt, beispielsweise in der Elektronik-, Chemie-, Textil- und Papierindustrie. Darüber hinaus werden zwischen den Frühjahrs- und Herbstrunden weitere sektorale Tarifverträge ausgehandelt, die zu ganzjährigen Verhandlungen führen. Die Gewerkschaftsdichte ist in Österreich seit den 1960er Jahren rückläufig. Dieser Trend ist hauptsächlich auf den langfristigen Strukturwandel von Wirtschaft und Beschäftigung zurückzuführen: In den Hochburgen der Gewerkschaftsbildung – insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und im öffentlichen Sektor – ist die Beschäftigung zurückgegangen, was dem privaten Dienstleistungssektor zugute kommt, der tendenziell niedrige Dichteraten verzeichnet, insbesondere bei Frauen, Angestellten und atypischen Arbeitnehmern. In den 2000er Jahren hat sich dieser Trend erneut beschleunigt, insbesondere nach der Enthüllung der Beteiligung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) am Finanzdebakel um seine ehemalige Bank BAWAG PSK.

Zuletzt wurde jedoch seit 2016 seit drei aufeinanderfolgenden Jahren ein Mitgliederzuwachs verzeichnet, was auf einen vergleichsweise hohen Mitgliederzuwachs der Gewerkschaft der öffentlichen Angestellten (GÖD) zurückzuführen ist. Die Beteiligung der Gewerkschaften an der öffentlichen Politik gestaltung ist in Österreich insofern stark institutionalisiert, als der ÖGB und seine sieben Mitgliedsorganisationen in einer Reihe von Gremien und Ausschüssen vertreten sind – allerdings eher auf informeller als auf formaler (rechtlicher) Basis. Souveräne Aufgaben wie die Verwaltung von Renten oder Arbeitslosensystemen werden von ihnen also nicht wahrgenommen. «Gelbe Gewerkschaften» sind in Österreich aufgrund des engen Verfahrens der Anerkennung von Interessenverbänden als Sozialpartner, die über tarifliche Vereinbarungen verfügen, überhaupt kein Thema. Das österreichische Verfassungsrecht schützt das Recht, sich im Rahmen der allen Bürgern durch Art. 12 des Grundgesetzes von 1867 garantierten allgemeinen Vereinigungsfreiheit (Vereinsfreiheit) zu organisieren. Sie garantiert auch das Recht, Vereinigungen zum Schutz beschäftigungsbezogener Interessen nach dem Vereinsgesetz zu bilden, das die Vereinigungsfreiheit in die Praxis umfliegt. Darüber hinaus ist das Recht auf Organisation als unabhängiges Grundrecht in Art. 11 Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1950, der in Österreich Teil des Verfassungsrechts ist, garantiert.